Die Geschichte der Handweberei Rosenwinkel e.V.

Die Handweberei Rosenwinkel wurde 1992 als sozialer Betrieb in Trägerschaft eines gemeinnützigen Vereins gegründet. Unser Ziel war das Schaffen von Ausbildungs- und Dauerarbeitsplätzen für behinderte oder anderweitig benachteiligte Menschen, denen die produktive Arbeit am Webstuhl eine Grundlage für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben bieten soll. Zugleich wollten wir durch die Verbindung von traditioneller Handwerkskunst und innovativem Design einen wichtigen Beitrag zur textilen Gegenwartskultur leisten.

Die Handweberei im Saal einer ehemaligen Gaststätte im Rosenwinkel in Reckershausen bei Friedland (daher die Namensgebung) begann in den 90er Jahren mit dem privaten Engagement zweier Frauen. Sie wollten etwas ändern an den sozialen Missständen, die langzeitarbeitslose und behinderte Menschen an den Rand der Gesellschaft drängen. Auf diese Weise ist ein Handwerksbetrieb entstanden, der den Mitarbeitern nicht nur einen Arbeitsplatz sicherte, sondern auch eine erfolgreiche Ausbildungsstätte war. Das Team setzte sich zusammen aus Weberinnen, Geschäftsführerin und Textildesignerin. Aus deren vielfältigen Fähigkeiten, der sozialen Verantwortung füreinander und der gemeinsamen Begeisterung für Textilien schöpften sie Ansporn und Kraft, immer wieder ganz besondere Produkte zu kreieren, die Auge und Seele unserer Kundinnen und Kunden schmeicheln.

verein 41Seit über 25 Jahren verbindet die Handweberei ihr soziales Engagement nun schon mit der Liebe zur traditionellen Webkunst und der Freude an kunstvoll gearbeiteten und ökologisch wertvollen Textilien.

In unserem Betrieb arbeiteten teilweise bis zu 28 Menschen aus mehreren Nationen. Mithilfe verschiedener Projekte konnte die Ausbildung der Beschäftigten und die Weiterentwicklung hochwertiger Textilien aus Wolle, Seide, Baumwolle und Ramie garantiert werden.
Im Jahr 2004 zogen wir in die wunderschön restaurierte Zuckerfabrik nach Besenhausen. Als zu dieser Zeit viele EU-Fördermittel entfielen, waren wir gezwungen, zehn Mitarbeiterinnen zu entlassen.

Die jeweils freiwilligen Zuwendungen von Gemeinde und Landkreis waren uns stets eine zuverlässige Hilfe, deckten aber nicht die anfallenden Ausgaben.
Seit März 2018 aber arbeiteten nur noch fünf Frauen. Die betrieblichen Kosten konnten ohne neue Vertriebswege nicht mehr erwirtschaftet werden. Eine neue Geschäftsführung war unter diesen Umständen nicht zu finden.

Nach mehreren Mitgliederversammlungen, vielen Vorstandsitzungen und Gesprächen entschloss sich der Vorstand, den Zweckbetrieb Handweberei Rosenwinkel im Laufe des Jahres 2018 zu schließen. Eine schwere Entscheidung, denn damit geht eine einzigartige Einrichtung und ein integratives Unternehmen endgültig zu Ende.

Ausblick

verein 49Auf dem letzten sehr erfolgreichen Pfingstmarkt verkauften wir fast alle Lagerbestände und das Inventar.
Bis Ende Oktober werden an zwei Webstühlen im Erdgeschoss beim Café Wolldecken aus der noch vorhandenen Finnschafwolle gewebt. Diese Wolldecken sind ein viel gefragtes Produkt, Für Bestellungen wenden Sie sich bitte an die Werkstattleitung.

Der Laden wird weiter geführt, solange noch Produkte vorhanden sind, die zum Teil von Ehrenamtlichen verkauft werden. Das Café Rosenwinkel soll bestehen bleiben, wir suchen einen neuen Pächter.
Ab Mitte Mai 2018 bezog die Zoologische Sammlung der Universität Göttingen die beiden oberen Geschosse und wird dort ihre vielfältige Sammlung weiter bearbeiten und auch ausstellen. Dies ist bis 2021 vorgesehen.

 

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