Die Geschichte der Handweberei Rosenwinkel e.V.

Die Handweberei Rosenwinkel wurde 1992 als sozialer Betrieb in Trägerschaft eines gemeinnützigen Vereins gegründet. Unser Ziel war das Schaffen von Ausbildungs- und Dauerarbeitsplätzen für behinderte oder anderweitig benachteiligte Menschen, denen die produktive Arbeit am Webstuhl eine Grundlage für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben bieten soll. Zugleich konnten wir 26 Jahre lang durch die Verbindung von traditioneller Handwerkskunst und innovativem Design einen wichtigen Beitrag zur textilen Gegenwartskultur leisten.
Die Handweberei im Saal einer ehemaligen Gaststätte im Rosenwinkel in Reckershausen bei Friedland (daher die Namensgebung) begann in den 90er Jahren mit dem privaten Engagement zweier Frauen. Sie wollten etwas ändern an den sozialen Missständen, die langzeitarbeitslose und behinderte Menschen an den Rand der Gesellschaft drängen. Auf diese Weise ist ein Handwerksbetrieb entstanden, der den Mitarbeitern nicht nur einen Arbeitsplatz sicherte, sondern auch eine erfolgreiche Ausbildungsstätte war. Das Team setzte sich zusammen aus Weberinnen, Geschäftsführerin und Textildesignerin. Aus deren vielfältigen Fähigkeiten, der sozialen Verantwortung füreinander und der gemeinsamen Begeisterung für Textilien schöpften sie Ansporn und Kraft, immer wieder ganz besondere Produkte zu kreieren, die Auge und Seele unserer Kundinnen und Kunden schmeicheln.
In unserem Betrieb arbeiteten teilweise bis zu 28 Menschen aus mehreren Nationen. Mithilfe verschiedener Projekte konnte die Ausbildung der Beschäftigten und die Weiterentwicklung hochwertiger Textilien aus Wolle, Seide, Baumwolle und Ramie garantiert werden.
Im Jahr 2004 zogen wir in die wunderschön restaurierte Zuckerfabrik nach Besenhausen. Als zu dieser Zeit viele EU-Fördermittel entfielen, waren wir gezwungen, viele Mitarbeiterinnen zu entlassen.
Die jeweils freiwilligen Zuwendungen von Gemeinde und Landkreis waren uns stets eine zuverlässige Hilfe, deckten aber nicht die anfallenden Ausgaben. Durch mehrere Spenden unserer Mitglieder konnten finanzielle Engpässe überwunden werden.
Seit März 2018 aber arbeiteten nur noch fünf Frauen. Die betrieblichen Kosten konnten ohne neue Vertriebswege nicht mehr erwirtschaftet werden. Eine neue Geschäftsführung war unter diesen Umständen nicht zu finden. Wir bedauernd diese Entwicklung sehr und bedanken uns nochmals ganz herzlich für die vielfältige Unterstützung im Laufe der Jahre.